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Ebenfalls Tradition waren einige Wanderungen jedes Jahr in die nähere Umgebung. Hieran beteiligten sich die Mitglieder mit der ganzen Familie. Diese Wanderungen trugen wesentlich zur Festigung der Kameradschaft bei und man verstand sich damals im Verein als eine große Familie.
1926 erfolgte die Gründung einer Turnerinnen-Abteilung und im Jahre 1928 gründete unser heutiges Ehrenmitglied Fritz Vogt die SchülerinnenAbteilung.

In diesen Jahren besuchten unsere Turnerinnen und Turner sehr erfolgreich viele Turnfeste in nah und fern. Im Gaubereich waren wir der Verein, der viele Sieger stellte, ob bei den Aktiven oder der Jugend.

Im Jahre 1930 wurde ein Spielmannszug aufgebaut, der schon nach wenigen Monaten bei den ersten Auftritten seine Leistungsstärke demonstrierte. Er war viele Jahre fester Bestandteil im Vereinsgeschehen und begleitete die aktiven Mitglieder zu vielen Veranstaltungen. Bei den Wettkämpfen oder den damals mit einem Fest verbundenen traditionellen Umzügen, die einfach zu Gau- oder Vereinsfesten gehörten, spielte er auf und machte dadurch die Zuschauer auf die Turngemeinde Kriftel aufmerksam.

Einen großen Erfolg verbuchte die Turngemeinde Kriftel im Jahre 1933 beim Landesturnfest in Saarbrücken. Lenchen Nink (Urban) errang überlegen den 1. Sieg und die sie begleitende Delegation stellte sich stolz dem Fotografen.

In Stuttgart fand 1933 das große Deutsche Turnfest statt und es sollte die letzte freiheitliche Betätigung für viele Jahre sein. Durch die Machtübernahme der NSDAP folgten große Umwälzungen im gesamten Turn- und Sportleben. Die Turn- und Sportverbände wurden aufgelöst und es erfolgte die Gründung des Reichsbundes für Leibesübungen.

Im Jahre 1934 feierte die Turn- und Sportgemeinde Kriftel ihr 50jähriges Vereinsjubiläum. An den turnerischen Wettkämpfen anlässlich dieses Jubiläums beteiligten sich 28 Vereine. Unter der Leitung von Fritz Vogt konnte unsere Turnerinnen-Riege mit 32 Teilnehmern am Kreuzbarren den 1. Preis im Vereinsturnen erringen. Der Höhepunkt dieses Festes war die Mitwirkung der bekannten Ernst-WinterRiege der Turngemeinde von 1861 aus Frankfurt am Main.
So schön das Fest noch lange danach in Erinnerung blieb, war doch ein Vereinsleben im ursprünglichen Sinne bald nicht mehr möglich. Die politischen Verhältnisse beeinflussten die Vereinsarbeit. Der Parteidienst stand im Vordergrund, erst dann waren sportliche Betätigungen möglich. Aber auch hier waren die Einflüsse unübersehbar.