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Die Mitgliederentwicklung brachte der damaligen Vereinsführung neue große Probleme. Wer kannte damals schon eine Turnhalle. Die Wirtshaussäle waren oftmals für sportliche Betätigung nicht frei und so war es vornehmlich die Raumnot, die Verein und aktive Mitglieder bedrückte. Was nutzte der gute Wille der Funktionäre und Aktiven, wenn keine kontinuierliche Übungsarbeit für die Saalsportler möglich war. An eine gedeihliche Jugendarbeit konnte man überhaupt nicht denken. Auch der Saal des Gasthauses »Zum Engel«, der uns neben den anderen Sälen in den Vorjahren zur Verfügung stand, reichte auf die Dauer nicht mehr aus. Alle damaligen Bemühungen, die Gemeinde hier in die Verantwortung zu nehmen, mussten daran scheitern, dass andere Aufgaben in der Prioritätenliste voran standen. Für die Turner und Tischtennisspieler allerdings kein Trost und deshalb reifte der Gedanke des Baues einer vereinseigenen Turnhalle.

Dieser Gedanke wurde in einer Generalversammlung den Mitgliedern vorgetragen. Manche Bedenken mussten hier ausgeräumt werden, denn Kapital war keines vorhanden und auch die Zusagen für Mittel der öffentlichen Hand waren dürftig. So gehörte eine große Portion Mut zu der Entscheidung, unter diesen Voraussetzungen eine vereinseigene Turnhalle zu bauen.

Von der Gemeinde wurde dem Verein ein Grundstück auf Erbpacht überlassen. Die Vorbereitungen und der Bau der Turnhalle sind ein Stück Vereinsgeschichte. Alle Schwierigkeiten, die sich in den Weg stellten, und es waren derer nicht wenige, wurden durch den unerschütterlichen Optimismus und den Glauben an eine glückliche Vollendung, durch Petter ausgeräumt. Er ließ nie locker in seinen Bemühungen und es bildete sich bald ein Stamm von Mitgliedern, der in Selbsthilfe den ersten Bauabschnitt, die Bühne erstellte. Welche Mühen hier aufgebracht wurden, welche Sorgen die Verantwortlichen tragen mußten, welche Widerstände überwunden werden mussten, dies ist mit heutigen Maßstäben nicht mehr zu messen. Nur die Mitglieder, die das alles miterlebten, aber auch deren Familienangehörige, sind in der Lage, darüber zu berichten. Es bildete gleichzeitig die erste Grundlage für die heutige gesunde Situation des Vereins und sie war überwiegend den damaligen aktiv beim Turnhallenbau mitwirkenden Mitgliedern und Freunden zu verdanken.

Aber auch die Jugend war zum Arbeitseinsatz gefordert. Da gab es an den Samstagen bei der ungewohnten Arbeit manche Blasen an den Händen. Die Freude, in der Gemeinschaft seiner Turn- und Sportfreunde etwas für den Verein geleistet zu haben, überwog aber alle Unannehmlichkeiten. Aber auch Stolz war den vielen Mitgliedern anzumerken, hatten sie doch dazu beigetragen, dass die Turnhalle wuchs und eine wesentliche Erleichterung für die ganze Vereinsarbeit brachte.

Die Bühne war zwar ein Notbehelf, aber gegen die vorherigen Möglichkeiten der sportlichen und geselligen Betätigung ein großer Fortschritt. Die Räume bildeten den Mittelpunkt alles Vereinsgeschehens, vornehmlich auch in geselliger Hinsicht. Mit der Bewirtschaftung durch die Mitglieder im Wirtschaftsausschuss war die Grundlage der weiteren Bauabschnitte in den darauffolgenden Jahren gegeben.

Unvergessen sind die ersten Veranstaltungen im Bühnenraum und allen Nebenräumen anlässlich der Kirchweih und Fastnacht. Mit teilweise recht primitiven Verhältnissen mussten wir damals fertig werden. Aber es war die Grundlage für eine weitere Entwicklung des Vereinslebens, die seinesgleichen weit und breit zu suchen ist.