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Nach der schweren Erkrankung von Johann Hümmler ist leider diese Turnerinnenriege des Vereines nach und nach kleiner geworden und später in der Breitenarbeit untergegangen. Überhaupt machte sich zu dieser Zeit ein Wandel im Leistungsturnen bemerkbar. Durch zwischenzeitlich andere Unterhaltungsmöglichkeiten für die Jugend abgelenkt, stand das Leistungsdenken nicht mehr im Vordergrund, musste man sich doch gerade beim Turnen ab einer bestimmten Leistungsstufe ganz schön quälen.

Der Verein war und ist bei der Beurteilung dieser Frage immer wieder gefordert zu einer weittragenden Entscheidung. Leistungssport gerade im Turnbereich ist fast nur noch einigen wenigen Leistungszentren vorbehalten. Doch wollen wir neben der guten und auch notwendigen Breitenarbeit auch bei dieser Sportart die jungen Sportler an eine gewisse Leistungsstufe heranführen, wie es bei den Mannschaftssportarten üblich ist und seit vielen Jahren praktiziert wird.

In den folgenden schweren Jahren mit der Doppelbelastung im Vorstand, den Abteilungen und im Wirtschaftsausschuss war der Leistungsstand in den einzelnen Abteilungen sehr unterschiedlich. Die Belastungen vieler Mitglieder schlugen sich leider negativ auf den sportlichen Bereich nieder. In den Sitzungen des Vorstandes ging es fast ausschließlich um Fragen der Bewirtung der Turnhalle und die sportlichen Belange traten in den Hintergrund. Das war auf Dauer kein Zustand für einen aufstrebenden Verein. Aber wir waren damals die einzigen Anbieter einer Halle für alle gesellschaftlichen Veranstaltungen. Bei der Bereitschaft und Ausdauer der Krifteler Vereine und Bürger, Feste zu feiern, kamen jährlich wie bereits angeführt viele Veranstaltungen zusammen, für deren Abwicklung im gastwirtschaftlichen Bereich wir das Personal stellen mussten. Wir waren deshalb nach über 13 Jahren Doppelbelastung zu der Auffassung gelangt, dass hier eine Änderung eintreten muss. Diese bot sich mit dem Neubau der beiden Schwarzbachhallen mit der dazugehörenden Gaststätte an.

In der Zwischenzeit hatte sich auch eine neue Abteilung in unserem Verein etabliert. Einige Lehrer aus den hiesigen Schulen wollten neben dem Schulsport auch wettkampfmäßig Volleyball spielen und suchten Anschluss an einen Verein. Aus diesen Anfängen ist heute eine sehr aktive Gruppe von jungen Sportlern geworden, die aus unserem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken ist. Nähere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Chronik dieser Abteilung.

Zwischenzeitlich musste auch Philipp Albrecht, der die Vereinsführung von Johann Hümmler übernahm, wegen einer schweren Erkrankung zurücktreten. Ein Mann der ersten Stunde nach dem letzten Krieg, der mit seiner Ehefrau Else viele Jahre das Vereinsgeschehen mitprägte, trat von der öffentlichen Bühne ab. Er war jahrelang, und das über den Verein hinaus, eine wichtige Stütze des Handballsportes. Seine Ehefrau Else, unser heutiges Ehrenmitglied, stand der Gymnastikgruppe der Frauen über viele Jahre vor. Heute ist bereits, nach den Söhnen, auch der Enkel aktiv in der Handballabteilung und somit die dritte Generation dieser aktiven Familie im Verein sportlich tätig.
Nach der schweren Erkrankung von Philipp Albrecht wurde der langjährige Geschäftsführer des Vereines, Herbert Müller 1970 zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die Bemühungen der Vereinsführung waren zu dieser Zeit fast ausschließlich den vorbereitenden Planungen beim Bau der Schwarzbachhallen gewidmet. Es war unser Bestreben, den Gemeindekörperschaften aus den Erkenntnissen der jahrelangen Praxis Entscheidungshilfen zu geben. Gleichzeitig galt es, den Besitzstand des Vereines bei der Einbeziehung der vereinseigenen Turnhalle in den Gesamtkomplex der Schwarzbachhallen zu wahren. Ein für beide Seiten, die Gemeindekörperschaften und die Turn- und Sportgemeinde, ausgehandelter Vertrag regelte die Einbringung des größten Teiles des Vereinsvermögens als eine Art Schenkung. Mit diesem Vertrag wurden die jahrelangen Bemühungen des Vereines und seiner Mitglieder um die Öffentlichkeitsarbeit honoriert und fanden ihren Niederschlag in für die damaligen Verhältnisse (Größe des Vereins) zufriedenstellende Bedingungen im Bereich der Belegungspläne. Hier möchten wir auch an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass es sich bei dieser Vertragsregelung und die damit zusammenhängenden Bedingungen um ein Novum gehandelt hatte. Immerhin brachten wir in diese »Ehe« fast eine halbe Million DM ein und können deshalb heute, leider wird das immer wieder vergessen, an damals zugestandene Rechte erinnern.