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Die Einweihung der Schwarzbachhallen im Oktober 1973 war gleichzeitig ein wichtiger Wendepunkt in der Vereinsgeschichte. Die jahrelange langsame Erhöhung der Mitgliederzahlen wich einer wahren Mitgliederexplosion (siehe Mitgliederbewegung). In allen Abteilungen wurden Neuzugänge verzeichnet, denn die verbesserten Übungs- und Spielbedingungen wurden auch über unsere Gemeinde hinaus bekannt. Trotz dieser Verbesserungen der Übungsmöglichkeiten standen wir nach einiger Zeit praktisch wieder vor den gleichen Problemen, denn die Neuzugänge waren ausschließlich aktive Mitglieder, die einer regelmäßigen Ausübung ihres gewählten Sportes nachgehen wollten. Gerade bei den Mannschaftssportarten, bei denen eine zufriedenstellende Trainingsarbeit nur mit einem kleinen Kreis von Aktiven möglich ist, wurde schließlich sogar vorübergehend ein Aufnahmestopp ausgesprochen.

Aber auch der sogenannte Freizeitsport, also Mitglieder, die sich einfach nur bewegen wollen, fand immer mehr Zuspruch und z. B. bei den GymnastikGruppen der Frauen ging es teilweise beängstigend eng zu in der Kleinen Schwarzbachhalle. Doch auch hier wurden immer wieder Mittel und Wege gesucht und gefunden, um einen einigermaßen reibungslosen Trainings- und Übungsablauf garantieren zu können.

Nur ein Jahr nach der Fertigstellung der Schwarzbachhallen feierten wir unser 90jähriges Jubiläum, zwar kein offizielles, doch die Resonanz der hiesigen Bevölkerung bei den einzelnen Veranstaltungen gab den Verantwortlichen des Vereines recht, dieses Datum nicht einfach sang- und klanglos zu übergehen. Gleichzeitig gab es uns Ansporn und Verpflichtung, die Vorbereitungen für den diesjährigen 100. Geburtstag der TuS entsprechend der Bedeutung des Vereines für unsere Gemeinde zu feiern.

In diese Zeit fielen auch sehr wichtige Entscheidungen im politischen Bereich, zu denen der Verein eine eindeutige Stellung beziehen musste. Gemeint ist die Gebietsreform und hier das Bestreben der damals Verantwortlichen in Wiesbaden, unsere Gemeinde nach Hofheim einzugemeinden. Dem eindeutigen Willen der Bürgerschaft war es zu verdanken, dass wir selbständig blieben und damit unsere vorbildliche Infrastruktur weiter entwickeln konnten. Vor allen Dingen wären die Vereine, die Hallensport betreiben, bei einer Eingemeindung nach Hofheim sehr benachteiligt worden. Man kann sich, ohne voreingenommen zu sein, vorstellen, wie die Verteilung der Übungs- und Spielzeiten vorgenommen worden wäre, wenn die Verantwortlichen der heutigen Kreisstadt, damals ohne eigene Sporthalle, diese verteilt hätten.

Die Bemühungen aller Verantwortlichen in Kriftel, an der Spitze Bürgermeister Hans Werner Börs, bewahrte unsere Heimatgemeinde Kriftel vor einer Eingemeindung nach Hofheim mit allen negativen Konsequenzen. Noch heute sind dem Chronisten die enttäuschten Gesichter mancher Politiker von Hofheim im Landtagsgebäude in Wiesbaden in guter Erinnerung, als bekanntgegeben wurde:
»Die Gemeinde Kriftel bleibt selbständig«.

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